Datenpumpen
Fast-Ethernet-Geschwindigkeit über Telefonleitungen verspricht Netsys mit seinen VDSL2-Modems.
Mit knapp 400 Euro ist ein VDSL2-Modempärchen NV-600L/R noch erschwinglich, wenn man Daten über eine vorhandene private Telefonleitung schicken will. Die Geräte arbeiten ab Werk als Bridge, können aber auch als NAT-Router fungieren. Über ihren 4-Port-Switch kann man auf beiden Seiten mehrere Rechner anschließen. Bis zu 300 Meter Kabellänge sollen die Modems 100 MBit/s schaffen. Im Test über eine 200 m lange Zweidrahtleitung maßen wir rund 93 MBit/s, also fast dieselbe Datenrate wie bei einer direkten Fast-Ethernet-Verbindung (94 MBit/s). Die mittlere Latenz (Ping-Zeit) war mit 1,3 Millisekunden sehr gering.
Im Vollduplex-Betrieb lag der Summendurchsatz bei 156 MBit/s, also lediglich rund 78 MBit/s pro Richtung. Möglicherweise waren die unter Linux 2.4.20 laufenden Router-Prozessoren AMD5120 am Anschlag. Eine bessere Erklärung wusste de hiesige Distributor auch nicht. Im Betrieb braucht das Modempärchen 17,5 Watt und Verursacht so knapp 31 Euro Stromkosten pro Jahr bei Dauerbetrieb und 20 Cent/kWh.
Beim Anpassen von Parametern wie dem VDSL2-Profil oder Frequenzband per Browser hilft das englische Handbuch auf CD kaum: Erläuterungen zu den Parametern fehlen. Eine deutsche Fassung ist in Vorbereitung. Unsere Testmuster standen sperrangelweit offen: Telnet führte ohne Name und Passwort auf eine Root-Shell. Netsys hat den für Testzwecke gedachten Zugang prompt mit einem Firmware-Update abgestellt, das sofort in die Produktion einfließen soll.
Im Halbduplex-Betrieb leisten die Modems, was man erwartet. Der Einbruch bei Vollduplex ist verschmerzbar, denn das Datenblatt redet lediglich von symmetrischen, aber nicht gleichzeitigen 100 MBit/s.
» (Originalbericht)

